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Der Grund, wieso ich mich dafür entschieden habe, diesen Blog zu beginnen, ist das Bedürfnis, der Welt des Musikers klarere Umrisse zu geben. Was bei einem Zuhörer hängenbleibt, ist meist nur die Erinnerung an ein gutes Konzert, eine Empfindung, ein Gefühl, das Hören eines mit Geschmack gespielten Stückes. Der klassische Musiker ist ummantelt von einer Aura des Mysteriösen, er trägt die Faszination von etwas an sich, das man nicht kennt. Man weiß wenig über die Welt der klassischen Musik, die in einem eigenen Kämmerlein für sich allein eingeschlossen bleibt, anachronistisch, umgeben und beschützt von hohen Mauern des Schweigens. Wenn ich sage, dass ich Klavier spiele, begegnet mir oft Verwirrung, eine Art der Angst nachzufragen, Distanz. Ich vermute, dass sogar meine eigene Familie teilweise gewisse Zweifel in Bezug auf das verspürt, was ich eigentlich genau mache in meinem Leben.
Heute gibt es mehr denn je den Bedarf zu erklären, was es bedeutet, ein Musiker zu sein, um zu vermeiden, dass dieser Beruf eine abstrakte, weit entfernte Realität bleibt, weit weg vom wahren Leben und den täglichen Problemen, die uns alle betreffen.   

Ein Künstler ist nicht nur Künstler im Sinne von Ausführender: Er ist es im Sinne von einer Person, die einen Weg zurückgelegt hat. Was ist seine Geschichte, sein Hintergrund? Warum hat er sich dafür entschieden, Musik zu machen? Was bedeutet es heute, ein junger Musiker in Italien zu sein? Was verbirgt sich hinter einer Vorstellung, einem Konzert? Wie viel Arbeit, welche Entscheidungen? Was verbindet ihn mit dem „Nicht-Musiker“?
Durch die Themen, die hier behandelt werde, möchte ich versuchen, diese Distanz zu verringern und meine Antworten auf diese Fragen zu geben, indem ich meine Geschichte und von meinen Entscheidungen erzähle. Denn als Pianistin habe ich einen ungewöhnlichen Weg gewählt und umso mehr fühle ich das Bedürfnis zu erklären.


Dem Künstler begegnen in der heutigen Zeit bestimmte Schwierigkeiten, die für ihn aber auch allgemein belehrend sein können.

Diese Texte sind das Ergebnis von Jahren voller Reflexion und Gelächter mit meinem guten Freund Alberto, einem Gefährten während vieler Schlachten, die wir wie echte Don Chisciottes geführt haben. Er ist ein Freigeist und einer der reinsten Musiker, der mir je begegnet ist.  Er war am Anfang dieses Weges mit dabei und hat mir den Mut gegeben, ihn weiterzugehen.
Einer von uns beiden musste damit anfangen auszupacken.
Ihm sind sie gewidmet.

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